Der heutige Tag stand ganz im
Zeichen der Maikos und Geikos, wie die Geishas hier in Kyoto genannt werden.
Wir schliefen mal etwas länger und gingen dann in ein nahegelegenes Cafe zum
Frühstücken. Im Prinzip war dies aber auch nichts anderes als wenn Ralf Eines
holt. Es war Selbstbedienung und es gab verpackte Sandwiches und süße Teilchen.
Dazu hatten wir noch einen Orangensaft, das Glas leider gut gefüllt mit
Eiswürfeln. Für Ralf gab es einen Raucherraum im Cafe, das fand er natürlich
prima.
Ich hatte für heute noch ein Umstyling als Meiko auf dem Programm
stehen. Und dorthin machten wir uns nun auf den Weg. Wir schlenderten gemütlich
durch die Nebenstraßen, bis wir am schon bekannten Yasaka Schrein ankamen. Dort
bummelten wir noch etwas durch und holten auch noch die Tickets für unser
Abendprogramm – ein Odori – ab. Das war eine Tanzvorführung von den Meikos, die
nur in einem gewissen Zeitraum aufgeführt wurde.
Dann wurde es auch langsam
Zeit um zu AYA zu gehen, wo meine Verwandlung stattfinden sollte. Wir wurden
freundlich begrüßt und durften im Warteraum Platz nehmen. Ich musste noch ein
Formular ausfüllen und die gewünschten Posen für die Fotos wurden festgelegt.
Dann wurde es ernst und ich bekam eine Art dünnen Kimono für die Schminksitzung
angezogen. Der blieb auch an, ebenso gab es weiße Tabi Socken. Ralf durfte
nicht mit. Ich hatte aber das Handy mitgenommen um meine Verwandlung zu filmen
und zu fotografieren. Dafür gab es extra einen Halter auf dem Tischchen. Mein
Gesicht und Hals wurden mit weißer Farbe bestrichen, alles wurde abgepudert. Ich
muss sagen, die Farbe weiß macht ganz schön alt. Ich sah wie eine Hexe aus. Der
Mund wurde rot geschminkt, die Lider mit einem Stück Kleber etwas schmäler
gemacht, dann noch schwarzen Kajal. Dann kam die Perücke drauf, die hatte
einiges an Gewicht. Die vordere und seitliche Haarpartie wurde über die Perücke
gekämmt und schwarz eingesprüht. Ich wurde wieder in einen weiteren dünnen
Kimono gehüllt, das war die Unterwäsche. So sind wir dann in den Warteraum
gegangen um Ralf abzuholen – beim Kimonoanziehen durfte er dabei sein. Als wir
in den Raum kamen, hatte er mich nicht erkannt – er schaute wie ein Auto. Erst
als ich ihn ansprach, dämmerte es ihm, das dieses Wesen vor ihm seine Frau war.
Anschließend durfte ich mir einen Kimono, die Schärpe und einen Kopfschmuck
aussuchen. Dann wurde ich eingeschnürt und gewickelt, ganz schön aufwändig so
einen Kimono anzuziehen. Das ganze wog auch noch ein bisschen was. Aber es
fühlte sich sehr gut an. Dann machten wir im kleinen Hof Bilder und bekamen
dann noch 10 großzügige Minuten um selbst Bilder zu machen.
Dann gings ans
Ausziehen und Abschminken. Bis ich die Farbe aus meinen Haaren hatte, das
dauerte ewig. Mindestens 3x musste ich waschen, so hatte es die Helferin
angekündigt und so war es auch. Ralf wollte schon eine Vermisstenmeldung
rausgeben. Alles in allem hat es 2,5 Stunden gedauert. Danach bekamen wir 3
ausgedruckte Fotos und alle anderen auf einem Stick. Wenn ich die Fotos so
ansehe, dann erkenne ich mich ehrlich gesagt nicht wieder – das bin ich gar
nicht, das ist eine andere Person. Was Schminke alles so ausmacht. Aber es
hatte sich gelohnt und war ein einmaliges Erlebnis.
Nach der ganzen Aktion aßen
wir eine Kleinigkeit im Park gingen noch einen Kaffee trinken und dann war es
auch schon Zeit um ins Theater zu gehen.
Wir hatten einen Platz im oberen Rang
vorne. Die Tänzerinnen spielten in den vier Jahreszeiten 8 Szenen jeweils mit
live Musik untermalt. Alle Teilnehmer waren Frauen, Tänzerinnen sowie
Schauspieler und Musiker. Die Musik geht uns nicht immer ins Ohr und manchmal
fragte man sich ob der Sängerin irgendjemand auf die Füße getreten ist. Der
Tanz war sehr langsam, elegant und ausdrucksstark. Die Kostüme und Kimonos waren
sehr farbenprächtig und wunderschön anzusehen. So manche Männer im Publikum
fanden es wohl so toll, das sie eingeschlafen sind. Mir hat es jedenfalls super
gut gefallen und Ralf auch. Es war mal ganz was anderes und hat ca. etwas über
eine Stunde gedauert.
Während der Vorstellung sind natürlich weder Film- noch Fotoaufnahmen möglich. Einen Eindruck vom Odori bekommt man hier:
Wir liefen die Pontochogasse entlang und entschieden uns
noch mal für das leckere Tempura. Jetzt wussten wir ja wie es geht. Zu
Hähnchen, Krabben und Gemüse bestellten wir noch frittierte Krabbenbällchen.
Alles war wieder sehr lecker.
Im Raucherlädchen erstand Ralf dann noch ein Rauchertäschchen für 100 Yen. Asche und Kippe sind dann aufgeräumt. Beim Nachhauseweg regnete es wieder, wir bestaunten wieder die schön beleuchteten Kirschbäume und schauten zu, dass wir ins Hotel kamen. Ein ereignisreicher Tag ging mit einem Bad zu Ende.
Im Raucherlädchen erstand Ralf dann noch ein Rauchertäschchen für 100 Yen. Asche und Kippe sind dann aufgeräumt. Beim Nachhauseweg regnete es wieder, wir bestaunten wieder die schön beleuchteten Kirschbäume und schauten zu, dass wir ins Hotel kamen. Ein ereignisreicher Tag ging mit einem Bad zu Ende.













