Die Lauferei merkten wir so
langsam in den Knochen, es zwickt mal hier und mal da. Der heutige Ausflug
führte uns in die Stadt Nara, die 710 gegründet wurde und die Endstation der
Seidenstraße war. Sie wurde so zum Zentrum des Buddhismus und aus dieser Zeit
sind noch viele alte Bauten erhalten. Wieder mal Kultur pur. Die wichtigsten
Tempel liegen in einem Park der von ca. 1200 zahmen Sikahirschen bewohnt wird,
die werden als Götterboten betrachtet. Mit unserem JR Pass konnten wir den
Hauptteil der Strecke befahren, ca. 40 Minuten dauerte es. Es gibt praktische Ringbusse, die die wichtigsten
Stationen anfahren. Beim Todai-ji Tempel stiegen wir aus. Hier trafen wir auch
gleich auf die Hirsche, die aber auf Abstand blieben solange man kein Futter in
der Hand hatte. Es gab extra Hirschkekse zu kaufen. Die Biester können aber
ganz schön aufdringlich werden und fressen alles was ihnen in den Weg kommt.
Wir liefen zum Todai-ji Tempel, einer UNESCO Welterbestätte. 752 wurde das größte
Holzgebäude der Welt, in dem die weltgrößte Bronzedarstellung eines Buddhas zu sehen ist,
fertiggestellt. Lauter Superlativen und auch wirklich beeindruckend. Hinter dem
Buddha stand ein dicker Holzpfosten mit einem Loch. Man sagt, wer hier
durchpasst ist vor Unglück geschützt. Einige männliche Wesen quälten sich unter
lautem Gelächter der Umstehenden durch das Loch.




Wir spazierten durch den
weitläufigen Park und sahen uns noch ein weiteres Gebäude, Nigatso-do, mit
einem Ausblick in die Umgebung an. Heute war es mal etwas wärmer und der Wind
blies nicht so kalt. Wir legten ab und eine Pause ein und beobachteten die Fotoshootings
der Hochzeitspaare oder die Hirsche auf ihrer mehr oder weniger aufdringlichen
Futtersuche.





Nach einem Matchaeis und einem Reisklops mit Himbeere verließen wir
das nun gut gefüllte Gelände. Beim Kofuku-ji Tempel machten wir nochmal einen
Fotostopp, waren aber nicht drinnen.


Dann schlugen wir unseren Weg langsam wieder die
Richtung zum JR Bahnhof ein, trieben aber kurz ab zur Einkaufsmeile. Dank Navi
fanden wir aber dann den richtigen Weg. Wir nahmen den nächstbesten Zug, der leider
aber nicht in Namba hielt. Dafür machten wir noch einen kleinen Ausflug in
Osakas ältestes Vergnügungsviertel Shinsekai. Hier war noch nicht so viel los.
Allerdings trieben sich einige komische Gestalten herum und auch sehr viele
ältere Männer, die in einer schmucklosen Halle irgendwelche Brettspiele
spielten, rauchten und tranken. Die Szenerie wirkte wie aus der Zeit gefallen.


Die
Restaurants wollten uns nicht so recht gefallen, also fuhren wir wieder nach
Namba Station zurück. Kurz vor der U-Bahnstation befand sich ein großes Vergnügungscenter
in dem hauptsächlich Pachinko gespielt wurde. Dort mussten wir unbedingt
hinein. Uns empfing ein wahnsinniger Lärm, den die kleinen silbernen
Metallkugeln machten, wenn sie durch die Spielautomaten geschossen werden. Der
Spieler ist in der Lage, die Richtung und die Wege der Kugeln zu verändern. Zu
gewinnen gibt es kein Geld, das ist verboten, sondern nur Sachpreise. Wir liefen
einmal durch, machten ein Foto und ein kurzes Video was natürlich nicht
gestattet ist und wurden sogleich erwischt und darauf hingewiesen. Aber wir
wollten ja sowieso wieder gehen bevor wir taub waren.





