Die erste Nacht im neuen
Hotel hatten wir gut verbracht, auch wenn ab und an Straßenlärm zu hören war.
Auch hier war der kleine Supermarkt nicht weit weg und Ralf machte wie gewohnt
den Frühstücksservice. Heute war Tempeltag. Gerade Kyoto als ehemalige
Kaiserstadt hatte unzählige Tempel und Schreine zu bieten. Wir liefen eine sehr lange Einkaufsmeile bis zum Yasaka Schrein, der 656 errichtet wurde.
Gleich im
Anschluß befindet sich der Maruyama-Park. Hier wurde schon alles für ein
Kirschblütenfest hergerichtet – kleine Podeste mit Kissen und Tischchen. Hier
zu sitzen ist für uns auf die Dauer sicher schwierig, da üblicherweise auf den
Fersen gesessen wird. Die Kirschblüten waren hier noch nicht offen, nur einige
Exemplare waren schon voll erblüht. Trotz Sonnenschein war es ganz schön
frisch. Wir liefen ein bisschen herum, betrachteten die Stände und das erhöhte
Aufkommen der Kimonofraktion. Junge Besucherinnen, hauptsächlich aus den
asiatischen Ländern, leihten sich ein solches Gewand und tippelten dann von
einem zum nächsten Tempel.
Wir gingen weiter zum Chionin Tempel. Hier war es angenehm ruhig, wahrscheinlich war es für die
sonst allgegenwärtigen Massen noch zu früh. Wir stifteten jeder ein
Räucherstäbchen.
Im Anschluss liefen wir durch das Gion-Viertel mit seinen traditionellen
Teehäusern und teuren Lokalen. Diese waren für uns Touristen übrigens nicht
leicht zu erkennen, da oftmals nichts auf ein Restaurant hinwies. Nur an den
langen Schlangen konnten wir erkennen, das es wohl etwas besonderes war hier einzukehren.
Unser nächstes Ziel war der Kennin-ji Tempel dessen Innehof für Fotoaufnahmen wie geschaffen ist.
Durch die Strassen Gions ging es weiter zum Kodaj-ji Tempel. Hier gab es einen wunderbar blühenden Kirschbaum in einem
Zen-Garten. Diesen durch ein offenes Fenster fotografiert, das gab ein schönes
Motiv ab. Dafür mussten wir uns aber auch anstellen. Der Tempelbesuch war nur
ohne Schuhe erlaubt. In diesem Fall bekamen wir für unsere Schuhe eine
Plastiktüte mit. Diese wird nach Gebrauch von den Angestellten wieder
zusammengefaltet für die nächsten Besucher.
Nach einem Pauseneis konnte es
weitergehen in den Entokuin Tempel, hier mussten wir auch wieder die Schuhe
ausziehen. Um nicht unangenehm aufzufallen, sollte auf intakte Socken geachtet
werden, auch Schuhe ohne Schnürsenkel machen das Leben leichter. Hier gab es Mini-Zengärten
zum selbst ausprobieren, ansonsten war es eher unspektakulär.
Durch die Einkaufsstraßen Ninen-zaka und Sanen-zaka kamen wir zum letzten Tempel
für heute, dem Kiyomizudera. Der mehr als 1000 Jahre alte Tempel liegt
in einem großen Areal und ist beeindruckend groß. Leider wird er in Teilen
gerade renoviert, so dass man ihn nicht komplett genießen kann. Auf der anderen
Seite stand sehr fotogen eine Pagode (child birth giving). Ralf stand dann noch
am heiligen Brunnen an um seine Hände zu reinigen. Abends wurde der Tempel ab
heute auch angestrahlt, aber dazu hätten wir noch etwas Zeit überbrücken
müssen. Da es aber ganz schön kühl wurde als die Sonne unterging und sich auch
keine Raucherecke erblicken liess, wollten wir nicht mehr so lange warten. Ralf
hatte es ja lange ausgehalten.
Wir suchten eine Bushaltestelle, von der der richtige Bus in Richtung Hotel abfahren sollte. In der Hotelbar tranken wir zunächst
ein Bier und suchten uns dann in der Umgebung ein Restaurant. In einem
Einkaufszentrum fanden wir ein nettes Lokal, das hauptsächlich Udon-Nudeln anbot.
Es gab eine Suppe mit den Udon-Nudeln und paniertes Hähnchenschnitzel
(Tonkatsu) mit Krautsalat. Dazu ein Bier. Das hat uns sehr gut geschmeckt. Auch
hier mussten wir die Schuhe ausziehen. Man krabbelte mehr oder weniger auf
seine Bank, konnte dann die Füße aber ganz normal unter den Tisch stellen.














































