Heute mussten wir Koffer
packen. Nach unserem üblichen Frühstück fuhren wir eine Station bis zum Tokio
Bahnhof. Dort suchten wir dann das JR Ticketbüro um einen Platz im Shinkansen
nach Kyoto zu reservieren. Ja denkste, alles war bereits belegt. Eigentlich
wollten wir die Reservierung schon gestern Abend vornehmen. Aber dadurch, das
wir so spät vom Fuji zurückkamen, hatte das Büro schon geschlossen. Die Züge
haben in der Regel aber auch Waggons für nichtreservierte Plätze. Wir suchten
unseren Weg zum Bahnsteig und stellten fest, das es von Plattform 19 losging.
Mit einem Hikari um 10:33 Uhr.
Wir kauften uns noch eine Bento-Box um dann
stilecht im Zug speisen zu können. Sonst ist Essen ja in Zügen nicht gerne
gesehen, aber in den Shinkansen gehört es dazu. Da wir zeitig dran waren,
stellten wir uns in die Schlange für den 4. Wagen. Als der Zug einfuhr, wurde
er erst gereinigt und das Tollste war – die Sitze wurden wieder in
Fahrtrichtung gedreht.
Dann durften wir einsteigen und wir nahmen einen 2er
Platz auf der rechten Seite in Fahrtrichtung. Die andere Seite war mit 3
Plätzen bestuhlt. Es gab jede Menge Platz und die Koffer konnten wir in der
Gepäckablage verstauen. Ralf ging nach der Abfahrt gleich mal die
Raucherkabuffs testen – in drei Wagen gab es jeweils eines. Es ist an alles
gedacht.
Wir düsten dahin, mitunter mit knapp 280 Sachen. Den Fuji konnten wir
auch nochmal sehen, aber nicht so schön wie gestern. Da hatten wir wirklich den
perfekten Tag ausgesucht.
Gegen 13:00 Uhr kamen wir in Kyoto an, suchten uns
einen Bus der zum Hotel Itoya fuhr und der kam auch gleich. Da das Zimmer noch
nicht frei war, tranken wir erst einmal einen Kaffee. Dann konnten wir einchecken
und bekamen ein schönes Zimmer, Platz war auch genug. Das Badezimmer hatte
abgeteilt eine kleine Wanne und eine Duschmöglichkeit – eher traditionell
gehalten, auch mit Hocker und Schüssel zum Wasserübergiessen. Hier war es bei
weitem nicht so gut gedämmt wie in Tokio, wir lagen zur Straße raus und konnten
den Verkehr gut hören. Aber das ist alles eine Gewohnheitssache.
By the way, die Toiletten hatten es uns in Japan besonders angetan. Mit vielen Knöpfen, deren Funktion man teilweise nur durch Ausprobieren herausfand, war das Wichtigste der beheizbare Toilettensitz. Herrlich :-)
Wir packten
aus und erkundeten etwas die Umgebung. Zuerst sahen wir uns im Daimuru Kaufhaus
um, das für seine tolle Feinkostabteilung bekannt ist. Das Lebensmittelangebot
war riesig und es gab einfach alles und vor allem sehr viel uns Unbekanntes.
Wir kauften 2 kleine Brezen, aber die waren eher wie Gummi. Weiter ging es zum
Nishiki-Markt, einer ewig langen Gasse mit einem breiten Angebot, hauptsächlich
etwas zu Essen. Ich kaufte mir eine Mochikugel und später eine kleine Schachtel
mit Süßigkeiten (Wagashi).



Wir ließen uns weiter durch die Straßen treiben bis
zur Pontocho Allee, einer schmalen Gasse mit diversen Lokalen in allen Preisklassen.
Wie immer, fiel es uns schwer zu entscheiden. Letztendlich landeten wir in
einem Tempura Lokal.

Alle Lebensmittel werden in einem dünnen Teig fritiert. In
einem kleinen Kästchen fanden wir Zettel vor, auf denen man die Stückzahl von
Fleisch, Gemüse, etc. angibt. Wir bestellten Schwein, Shrimp, Spargel, Zwiebel
und Aubergine. Zuerst jedoch bekamen wir kleine Schüsseln mit Tofu, aber die
schmeckten selbst mit diversen Sojasaucen nach nichts. Alles sehr lecker. Wir
bekamen Nachbarn und die klärten uns dann auf, das die Suppe aus der
Thermoskanne plus dem eingelegten Radi zum Eintunken dient. Wieder was gelernt.
Weil es so gut war, bestellten wir nochmal Hühnchen und Shrimp. Dann waren wir
aber pappsatt und stanken ganz schön nach Restaurant.

Zum Hotel war es noch ein
schönes Stück zu laufen, aber das tat ganz gut nach dem vielen Essen. Wir kamen
durch ein Wohngebiet, hier waren die schon erblühten Kirschbäume angestrahlt,
sehr romantisch.











