Kirschblüten, Tempel,
höfliche Menschen, Millionenstädte das
alles und viel mehr stellten wir uns vor – also eigentlich vielmehr ich, als
wir uns das erste Mal mit Japan befassten. Ralf konnte sich das alles nicht so
vorstellen, da er aber die Planung für unsere 3-wöchige Reise übernahm, kam er
da schneller rein als er wollte. Es war gar nicht so einfach unter den
vielzähligen Möglichkeiten und den unaussprechlichen Namen eine schöne Route
zusammenzustellen. Aber auf meinen Reiseplaner war Verlass und so starteten wir
von München über Helsinki mit der Finn Air nach Tokio Narita. Helsinki erwartete uns mit Schneeregen einem
großzügigen Terminal und perfekt auf viele asiatische Reisende eingestellt. Wir
hatten in der A350 einen schönen Platz in der Economy Comfort, gleich hinter
der Business Class. Es war eine der wenigen 2er Reihen in dieser Maschine. Der
Flug verlief sehr ruhig und wir vertieften uns in Lady Gagas "A Star is born" und
Freddy Mercurys "Queen". Zum Essen gab es kalte Soba-Nudeln… eine kleine
Einstimmung auf die japanische Küche.
Bei der Einreise wurden die Touristen in
einem Tempo durchgeschleust, von dem Afrika nur träumen kann. Nach einem Foto,
Fingerabdruck und einem neuen Aufkleber im Pass musste Ralf erst einmal seiner
Sucht frönen. Gut, das es Raucherkabinen gab, draußen rauchte niemand. Eine
nette Dame wies uns verbeugend den Weg über die Rolltreppe ins Untergeschoss. Hier kauften wir uns die
Fahrkarten für den Narita Express (NEX) nach Tokio Bahnhof. Bis wir uns
versahen, saßen wir auch schon im Zug und zuckelten in die große Stadt.
Bei
unserer Ankunft hatte es geregnet, aber nun riss es auf – kein Vergleich zum
Schneetreiben in Helsinki. Wir suchten uns einen Weg zum Ausgang und suchten
dann mit Handynavigation den Weg in unser gebuchtes Mitsui Garden Hotel,
welches in einer Bürogegend lag. Das Zimmer konnten wir noch nicht beziehen,
daher kauften wir uns zunächst etwas zu Trinken und sahen dem Mittagstreiben
zu. Die erste Müdigkeit war verflogen
und so machten wir noch einen Spaziergang bis zum Kaiserpalast.
In der großen Parkanlage
blühten ein paar Bäume wie Magnolien und Camelien, waren teilweise sogar schon
wieder am verblühen. Vereinzelte Kirschblüten gab es auch. Der Garten war riesig,
aber wir waren mittlerweile hundemüde und liefen zurück zum Hotel. Unser Zimmer
lag im 11. Stockwerk, zwar kein Raumwunder aber sauber und funktional.
Mit Aussicht auf die nahe
Stadtautobahn, aber davon war nicht ein bisschen zu hören. Wir ruhten uns etwas
aus. Später meldete sich doch noch der Hunger und so gingen wir los um etwas
Essbares zu suchen. Die umliegenden Restaurants hatten meist nur Mittags für
die Geschäftsleute offen, und so landeten wir wieder am Tokio Bahnhof. Sehr
viele Menschen liefen hier umher, gefühlt jeder kaufte sich auch etwas zu
Essen. Wir erstanden zwei Sandwiches. Viele Lebensmittel, vor allem die
verpackten, gab es auch zum halben Preis.
Die Süßwarenabteilung war schon auf die Kirschblüte eingestellt, alles
war rosafarben dekoriert. Wir suchten wieder den Ausgang und stellten fest, das
wir ein Platform Ticket hätten erwerben müssen, das uns zum Aufenthalt
berechtigt. Allein unsere „Suica“ Karte für die U-Bahn Station war nicht
ausreichend. Aber die Angestellten waren sehr hilfsbereit zu uns
Neuankömmlingen und so wurde der Betrag
für das Ticket von unserer Karte manuell abgebucht. Im Supermarkt Seven Eleven
kauften wir noch zwei Bier und ein Thunfisch-Onigiri (Reissnack). Ich war sehr
interessiert an den fremdartigen Lebensmitteln, daher fing ich gleich mit dem
Probieren an. Übrigens, sehr lecker. Wir verspeisten unser Abendessen und
fielen dann sofort ins Bett.









