31.03. Kyoto


Heute machten wir wieder in Tempel. Kyoto hat einfach zu viele davon. In der Früh beeilten wir uns etwas um den Bus kurz vor 08:00 Uhr zum goldenen Kinkakuji Tempel zu erreichen. Diese Bushaltestelle lag nicht gegenüber vom Hotel sondern wir mussten ein Stückchen laufen. Die Sonne schien, aber es war wie immer kühl und es war Regen vorhergesagt. Wir stellten fest, dass wir doch tatsächlich zu früh dran waren. Der Tempel machte erst um 09:00 Uhr auf, wir hatten fast noch 30min. bis dahin. Das war uns ja noch nie passiert. Der Vorteil war aber, wir standen in der Schlange der Besucher relativ weit vorne. Die Busgruppen konnten sich hinten einreihen. Alle wollten nämlich hier nur eines – einen Blick, bzw. ein Foto vom goldenen Pavillon.

 

Und so war es auch: wahre Heerscharen von Menschen strömten an die Absperrung um ein Foto von dem sich im See spiegelnden Gebäude zu machen. Zugegeben ein fantastischer Anblick. Der mit Blattgold belegte Tempel, der gar keiner ist, konnte nicht von innen besichtigt werden und die Besucher kamen ihm auch gar nicht so nahe. So ist zumindest ein perfektes Foto garantiert. Die Besucher werden durch den Garten geschleust und bis wir uns versahen waren wir auch schon wieder draußen.


 

Wir hatten die frühe Stunde sehr gut genutzt, denn der Himmel bewölkte sich zusehends. Wir fuhren drei Bushaltestellen weiter zum Ninnaji-Tempel. Es fing etwas zu regnen an, daher nichts wie rein in die gute Stube. Natürlich mussten wir auch wieder unsere Schuhe ausziehen. Selbst der Holzboden war kalt, wir haben gefroren und uns gefreut, als die Sonne zögerlich wieder rauskam. Im großen Garten blühten einige Kirschbäume, außerdem gab es noch einige hübsche Gebäude und eine Pagode zu sehen. 

 
 
 

In einem vollgestopften Bus fuhren wir dann anschließend zum Kaiserpalast. Zuerst wärmten wir uns in einem kleinen Cafe wieder auf. Der Palast liegt in einer riesigen Grünanlage. Auch hier blühten die Kirschen, wie immer von fotowilligen Menschen umgeben. Einige Besucher hatten auch die Plastikplanen auf dem Boden ausgebreitet um zu picknicken, aber das schien uns doch deutlich zu kalt. 

 

Die Palastgebäude konnten nur von außen besichtigt werden, entweder mit einer Führung oder auch allein. Es kostete keinen Eintritt, dafür mussten wir durch eine Taschenkontrolle und bekamen ein Besucherkärtchen. Wir wandelten einmal durch und besahen uns die in ihrer Schlichtheit schon wieder schönen Gebäude und liefen dann weiter durch den Park. 

 
 
 

Etwas entfernt liegt die Nijo Burg. Auch hier war es nicht leer. Schuhe aus und der Rundgang konnte beginnen. Fotografieren war leider verboten, so gab es doch schön bemalte Wände zu bewundern. Ansonsten ist alles sehr schlicht gehalten. Wir liefen über den Holzboden, der auch Nachtigallenboden genannt wird, bei jedem Schritt zirpt es wie ein Vogel. Das ganze hat etwas mit der Konstruktion zu tun und wurde entworfen um mögliche Eindringlinge frühzeitig zu bemerken. Teile der Anlage wurden auch hier renoviert. Im schönen Garten boten verschiedene Buden etwas zu Essen an, Getränke und auch Kunsthandwerk. Wir erstanden ein Fläschchen Sake von einer netten Dame. 

 
 
 


Dann war es gar nicht so leicht wieder mit einem Bus wegzukommen, das wollte um diese Uhrzeit gefühlt jeder. Aber irgendwann konnten wir auch einsteigen und fuhren zum Kyoter Bahnhof. Im 11. Stock waren verschieden Cosplayer bei einem Treffen zugange – Leute, die Figuren aus Mangas teils sehr detailgetreu imitieren. Wir machten ein paar Bilder von den sehr interessanten Gestalten, das war sogar gewünscht und manche bedankten sich dafür.  

 
 
 

Dann wollten wir was Essen gehen, aber es war sehr viel los sodass wir sehr lange hätten warten müssen. Die Japaner machen das und sitzen geduldig auf den kleinen Hockern bis sie dran sind. Das ist nicht so unseres und die kürzeste Schlange hatte tatsächlich das Restaurant in dem wir schon gestern waren, aber das machte ja nichts. Nach Suppe und Sushi fuhren wir bei strömenden Regen ins Hotel zurück. Dann lagen wir im Bett und sahen wie der ERC sein siebtes Spiel gegen Köln verlor. Gute Nacht.