Heute machten wir wieder in
Tempel. Kyoto hat einfach zu viele davon. In der Früh beeilten wir uns etwas um
den Bus kurz vor 08:00 Uhr zum goldenen Kinkakuji Tempel zu erreichen. Diese
Bushaltestelle lag nicht gegenüber vom Hotel sondern wir mussten ein Stückchen
laufen. Die Sonne schien, aber es war wie immer kühl und es war Regen
vorhergesagt. Wir stellten fest, dass wir doch tatsächlich zu früh dran waren.
Der Tempel machte erst um 09:00 Uhr auf, wir hatten fast noch 30min. bis dahin.
Das war uns ja noch nie passiert. Der Vorteil war aber, wir standen in der
Schlange der Besucher relativ weit vorne. Die Busgruppen konnten sich hinten
einreihen. Alle wollten nämlich hier nur eines – einen Blick, bzw. ein Foto vom
goldenen Pavillon.
Und so war es auch: wahre Heerscharen von Menschen strömten
an die Absperrung um ein Foto von dem sich im See spiegelnden Gebäude zu
machen. Zugegeben ein fantastischer Anblick. Der mit Blattgold belegte Tempel,
der gar keiner ist, konnte nicht von innen besichtigt werden und die Besucher
kamen ihm auch gar nicht so nahe. So ist zumindest ein perfektes Foto
garantiert. Die Besucher werden durch den Garten geschleust und bis wir uns
versahen waren wir auch schon wieder draußen.
Wir hatten die frühe Stunde sehr
gut genutzt, denn der Himmel bewölkte sich zusehends. Wir fuhren drei
Bushaltestellen weiter zum Ninnaji-Tempel. Es fing etwas zu regnen an, daher
nichts wie rein in die gute Stube. Natürlich mussten wir auch wieder unsere
Schuhe ausziehen. Selbst der Holzboden war kalt, wir haben gefroren und uns
gefreut, als die Sonne zögerlich wieder rauskam. Im großen Garten blühten
einige Kirschbäume, außerdem gab es noch einige hübsche Gebäude und eine Pagode
zu sehen.
In einem vollgestopften Bus fuhren wir dann anschließend zum
Kaiserpalast. Zuerst wärmten wir uns in einem kleinen Cafe wieder auf. Der
Palast liegt in einer riesigen Grünanlage. Auch hier blühten die Kirschen, wie
immer von fotowilligen Menschen umgeben. Einige Besucher hatten auch die
Plastikplanen auf dem Boden ausgebreitet um zu picknicken, aber das schien uns
doch deutlich zu kalt.
Die Palastgebäude konnten nur von außen besichtigt
werden, entweder mit einer Führung oder auch allein. Es kostete keinen
Eintritt, dafür mussten wir durch eine Taschenkontrolle und bekamen ein
Besucherkärtchen. Wir wandelten einmal durch und besahen uns die in ihrer
Schlichtheit schon wieder schönen Gebäude und liefen dann weiter durch den
Park.
Etwas entfernt liegt die Nijo Burg. Auch hier war es nicht leer. Schuhe
aus und der Rundgang konnte beginnen. Fotografieren war leider verboten, so gab
es doch schön bemalte Wände zu bewundern. Ansonsten ist alles sehr schlicht
gehalten. Wir liefen über den Holzboden, der auch Nachtigallenboden genannt wird,
bei jedem Schritt zirpt es wie ein Vogel. Das ganze hat etwas mit der
Konstruktion zu tun und wurde entworfen um mögliche Eindringlinge
frühzeitig zu bemerken. Teile der Anlage wurden auch hier renoviert. Im schönen
Garten boten verschiedene Buden etwas zu Essen an, Getränke und auch
Kunsthandwerk. Wir erstanden ein Fläschchen Sake von einer netten Dame.
Dann war es gar nicht so leicht wieder mit einem Bus wegzukommen, das wollte um diese Uhrzeit gefühlt jeder. Aber irgendwann konnten wir auch einsteigen und fuhren zum Kyoter Bahnhof. Im 11. Stock waren verschieden Cosplayer bei einem Treffen
zugange – Leute, die Figuren aus Mangas teils sehr detailgetreu imitieren. Wir
machten ein paar Bilder von den sehr interessanten Gestalten, das war sogar
gewünscht und manche bedankten sich dafür.
Dann wollten wir was Essen gehen, aber es war sehr viel los sodass wir
sehr lange hätten warten müssen. Die Japaner machen das und sitzen geduldig auf
den kleinen Hockern bis sie dran sind. Das ist nicht so unseres und die
kürzeste Schlange hatte tatsächlich das Restaurant in dem wir schon gestern
waren, aber das machte ja nichts. Nach Suppe und Sushi fuhren wir bei
strömenden Regen ins Hotel zurück. Dann lagen wir im Bett und sahen wie der ERC
sein siebtes Spiel gegen Köln verlor. Gute Nacht.
































