23.03. Tokyo


Es sind Eishockey Play-offs und wir sind wieder mal nicht zu Hause. Die gute Nachricht von heute morgen lautete, das der ERCI mit 3:2 in der Verlängerung gewonnen hatte. Unser Frühstück nahmen wir wieder im Zimmer ein und konnten gestärkt in den Tag starten. Es war stark bewölkt und es tröpfelte leicht. Mit der U-Bahn ging es heute zum Fischmarkt Tsukiji. Nachdem der zentrale Großmarkt vor 2 Jahren verlegt wurde ist wohl etwas vom alten Flair des einst größten Fischmarktes verloren gegangen. Trotzdem kommen hier täglich jede Menge Besucher um allerlei frisch gefangenes Meeresgetier zu bestaunen und vor allem zu probieren.  Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und Souvenirs alles war vorhanden.

 
 
 

Wir probierten Wagyu-Rind, unglaublich zart und lecker, aber das Fleisch hatte auch seinen Preis. Weiter gab es leckere Dashi-Brühe mit Seetang, Wasabinüsse und Samen zu probieren. Ich kaufte mir zum Schluss einen kleinen Reiskloß, gefüllt mit Matcha und obendrauf eine sehr helle, fast weiße Erdbeere. Komische Konsistenz, aber sehr gut. Wir erstanden noch zwei kleine Porzellankraniche – eigentlich gedacht für die Ablage der Stäbchen. Mittlerweile wurde es immer kälter und gefühlt waren auch immer mehr Menschen in den Gassen unterwegs. 

 
 

Um uns aufzuwärmen, gingen wir in ein Cafe. Bei Kaffee und Kuchen erwachten die Lebensgeister wieder. An jedem Tisch war eine Klingel angebracht, so konnten wir den Ober unkompliziert auf unsere Bestellwünsche hinweisen. Wir beratschlagten unseren nächsten Programmpunkt und die Wahl fiel auf den Winkekatzentempel. Vorher besuchten wir noch den nahen Buddhistischen Tempel und wohnten einer Zeremonie bei.

 

Der Katzentempel lag etwas außerhalb, daher war ein längeres Stück mit der U-Bahn zurück zulegen. Was aber angesichts der kühlen Temperaturen kein Fehler war. Außerdem waren die Sitze schön warm, da darunter die Heizung lief. Geplant war, dass wir einmal umsteigen sollten, aber der Zug hielt gar nicht an der geplanten Station. Da hatten wir wohl einen falschen erwischt. Egal, wieder zurück und von Neuem gestartet. Dann klappte es auch. Das war übrigens das einzige Mal, das wir uns verfahren hatten. Vom Bahnhof Gotokuji liefen wir eine schmale Einkaufsstraße entlang, bis wir dann den Tempel erreichten. 

 

Dieser lag schön zwischen Kirschbäumen mitten in einem Wohngebiet. Die Katzen machten nur einen kleinen Teil des gesamten Areals aus, sind aber sehr nett anzusehen. Bei einer sehr freundlichen älteren Dame (eigentlich sind in Japan alle Verkäufer sehr freundlich) kauften wir drei Katzen in unterschiedlichen Größen. Bei blauem Himmel und Sonnenschein und vielleicht noch blühenden Kirschbäumen wäre es ein sehr stimmungsvolles Bild gewesen. Wer etwas Ruhe sucht, für den ist der Katzentempel eine wirkliche Empfehlung.

Kleiner Exkurs: Obwohl die Winkekatzen in jedem chinesischem Restaurant zu finden sind, so ist ihr Ursprung doch im Japan des 17. Jahrhunderts zu finden.
Es gibt rechts- und linkswinkende Katzen. Rechtswinkende Katzen versprechen Glück und Wohlstand im Privaten, linkswinkende Katzen versprechen Erfolg im Geschäft.

 
 

Ralf rauchte „heimlich“ eine auf der Straße und dann liefen wir wieder zur U-Bahnstation. Im Zug konnten wir uns wieder aufwärmen. Nächster Halt war Ginza, das angesagte Einkaufsviertel in Tokio. Hier waren wieder Menschenmengen unterwegs. Wir schauten bei „Ginza 6“ einem Luxuskaufhaus vorbei. Für Ralf war der Raucherraum das beste daran. Wir sahen uns die imposante Lebensmittelabteilung an, wo alles wunderschön zubereitet und dekoriert auf Käufer wartete. 

 
 

Auf der Suche nach Postkarten, die es hier eher selten gibt, landeten wir im Itoya – einem Kaufhaus für Schreibbedarf. Wir kamen ohne Postkarten wieder heraus, dafür mit einer niedlichen Radiergummi-Kollektion. Wir fuhren zum Tokio Bahnhof und landeten zufällig im Marounouchi Gebäude, einem großen Kaufhaus. Hier gab es eine leckere Ramensuppe und kleine Teigtaschen (Gyozas), das Ganze rundete ein Bier ab. Die eine Station bis nach Hause fuhren wir mit der U-Bahn, wir waren echt fix und fertig.