30.03. Kyoto


Seit wir im Urlaub sind, gewinnt der ERCI nicht mehr. In der Play-off Serie steht es nun 3:3. Das morgige Spiel entscheidet. Unser Wecker klingelte schon um 06:30 Uhr. Der Fushimi Inari Schrein mit seinen roten „Toris“ war für heute geplant. Da dieser sehr beliebt bei den Besuchern ist, versuchten wir schon etwas früher da zu sein. Nach dem obligatorischen Frühstück fuhren wir mit dem Bus zum Kyoto Bahnhof. Von dort konnten wir mit unserem JR Pass zwei Stationen mit dem Zug bis Inari fahren. Alleine waren wir nicht, der Zug war schon proppenvoll. Der Eingang zum Schrein lag gleich gegenüber dem Bahnhof. 

 

Die Besucher verteilten sich noch schön über das Gelände und wir machten uns auf den Weg durch die über 1000 Toris bis zum Berg Inari hinauf. Manchmal benötigten wir etwas Glück um die roten Tore ohne Menschen fotografieren zu können. Aber je weiter hinauf wir kamen desto weniger Menschen waren unterwegs. Zwischendurch gab es kleine Raststationen, die Proviant, Kerzen und Glücksbringer verkauften. Oder auch den Reiswein Sake, für den die Region hier bekannt ist. Und wir haben immer noch keinen getrunken. Überall sahen wir den Fuchs, der den Gott des Getreides symbolisierte. Schön, auch mal einen Moment der Stille genießen zu können, selten genug bei den vielen Fotografen und Selfieknipsern, die sich in allen erdenklich seltsamen Posen für ein Foto aufstellten. 

 

 
 
 
 

Als wir wieder unten waren, fing es zu regnen an. Wir mussten kurz abwarten, es hörte gleich wieder auf. Dann erkundeten wir die Umgebung. Zuerst musste allerdings ein Aschenbecher gefunden werden, es gab aber keinen. Ralf rauchte dann in einer Nebenstraße mit wenig Menschen. Wir kauften gebackene Waffeln in Form eines Fisches, gefüllt mit Vanillecreme. Auch sehr lecker. Wir schauten uns die Verkaufsstände an und fanden auf einem sogar gebratene Spatzen. Das war dann doch etwas gruselig. 

 
 

Wir nahmen die Bahn zurück nach Kyoto und setzten uns in ein Cafe am Bahnhof. Hier war sogar Rauchen erlaubt – Hallelujah. Der Ober fragte woher wir kommen. Als er die Antwort „Deutschland“ hörte, sagte er ganz spontan: "Ich mag kein Bier". Ihm war es etwas peinlich, aber wir fanden es nett welche Assoziationen unser Herkunftsland bei ihm weckten. Wir saßen eine ganze Zeit dort, es hatte nämlich wieder angefangen zu regnen. Für weitere Tempel oder so hatten wir verständlicherweise keine besondere Lust mehr. Wir schauten uns lieber noch das Angebot des Isetan-Kaufhauses an. Vor allem die Restaurantabteilung im 10. Stock war sehr beeindruckend. Da wird sich doch sicherlich für heute Abend etwas finden. Der Bahnhof ist sehr modern gebaut und wurde 1997 fertiggestellt. Er hat ewig lange, steile Rolltreppen und eine Treppe, die Abends mit verschiedenen Motiven beleuchtet wird. 

 
 

"You will get what you see". Plastikessen zur Auswahl vor den Restaurants

Im Hotel gönnten wir uns ein Bier und ruhten uns etwas aus. Später am Abend zogen wir nochmal los um am Bahnhof Essen zu gehen. Im Restaurant Paradies fanden wir was Gutes für uns. Soba-Nudelsuppe und Reisschüssel für Ralf und für mich Suppe und Tempura. Sehr lecker, wie immer. Vom Kaufhaus hatten wir noch einen schönen Blick auf den beleuchteten Kyoter Tower. Auch die lange Treppe war schön mit einem japanischen Kirschblütenmotiv beleuchtet. Wir hatten Glück und unser Bus kam schon angefahren. Wieder war ein langer Tag zu Ende.