Ganz langsam ging unser
Urlaub wieder zu Ende, aber ein bisschen dürfen wir noch bleiben. Der
Regenschauer von gestern Abend hatte keine Auswirkungen, heute morgen war es
wieder schön. Mit der Meipuru-pu Linie fuhren wir zum Bahnhof Hiroshima um von
dort aus mit der JR Linie nach Miyajima-guchi ans Meer zu fahren. Die Fahrt mit
der Bummelbahn dauerte ca. 30 Minuten.
Vom Hafen geht es dann noch 10 weitere Minuten mit der Fähre auf die Insel –
ein Ziel, das auch wieder viele andere Touristen auf dem Programm haben. Die
wenigsten bleiben über Nacht, wir aber schon. Bei der Überfahrt konnten wir
schon das große rote hölzerne Torii, für das die Insel bekannt war, sehen. Es
liegt genau gegenüber dem Itsukushima-Schrein, der ebenso eine wichtige
Sehenswürdigkeit ist. Die Gebäude stehen auf einer Plattform im Wasser, so dass
der Eindruck einsteht, die ganze Anlage würde schwimmen.
Unser gebuchtes Hotel
Sakuraya, eine traditionelle Unterkunft, ein Ryokan mit Tatami Matten und
Betten und Stühle am Boden war nicht weit weg von der Anlegestelle entfernt.
Wir gaben dort zuerst unsere Koffer ab und kauften dann erst mal Kaffee. Auch
hier sind wieder die zahmen Hirsche anzutreffen, wie in Nara. Allerdings gibt
es für sie hier kein spezielles Futter zu kaufen. Wir setzten uns auf eine
Bank. Neben uns war eine Frau kurz zum fotografieren aufgestanden, allerdings
stand ihre Handtasche noch auf der Bank und ihr Kaffeebecher daneben. Flugs war
ein Hirsch da, schmiss den Kaffee um – die Hälfte davon ergoss sich in die
Handtasche und er fing an, den Plastikbecher zu zerkauen. Die Touris rundrum
fanden das alle recht lustig und fotografierten. Ralf nahm ihm den Becher weg
und musste zuschauen nicht selbst zum Opfer zu werden, er hatte noch etwas
Süßes in der Hand. Nachdem die Situation bereinigt und der Kaffee getrunken
war, mussten wir nur noch den Müll loswerden. Das ist hier ja nicht so einfach,
da es keine Mülleimer gibt, aber am Tempeleingang wurden wir fündig.
Wir
besichtigten den Schrein von dem wir einen schönen Blick auf das rote Tor
hatten. Auch gab es wieder einige seltsame Leutchen zu beobachten, wie einen
jungen Mann, der eine etwas größere Barbiepuppe auf seinem Koffer sitzend
fotografierte oder ein älteres Ehepaar, das seinen niedlichen Hund mit einem
Kinderwagen durch die Gegend fuhr und sich freute, wenn die Leute stehenblieben
und das Tier streichelten. Wir setzten uns etwas abseits auf eine Bank am
Wasser und genossen das schöne Wetter.
Weiter ging es dann zum Daisho Tempel.
Das war ein Sammelsurium an kleinen Schreinen und haufenweise kleine
Steinmännchen mit den unterschiedlichsten Posen, alle hatten ein kleines
Mützchen auf. Sehr nett. Es gefiel uns gut hier oben vor allem weil es soviel
zu entdecken gab.
Wieder im Leben angekommen, gönnten wir uns ein Kaffee-Eis
und ein mit Creme gefülltes Teilchen. Die Gegend ist auch für ihre Austern
bekannt, überall boten Stände frische oder gegrillte Austern an. Wir versuchten
uns an zwei Stück gegrillten. Schmeckte gar nicht so schlecht, fanden wir.
Dann
wurde es Zeit um unser Zimmer zu beziehen. Es war sehr geräumig, das Bett auf
dem Boden, die Stühle auch. Außerdem gab es noch eine kleine verglaste Veranda
mit zwei Stühlen. Nur das Bad war microklein. Es war aber alles da.
Mittlerweile
war Ebbe und wir konnten zum Tor hinlaufen – ein ganz anderer Anblick. Ein Wind
war aufgekommen und es wurde ganz schön frisch. Wir kauften im Supermarkt dann
schon unser Frühstück für morgen und war zum Sonnenuntergang wieder am Tor. Das
war nun ein richtig schöner Anblick mit der untergehenden Sonne.
So langsam
wurden wir nun hungrig und schauten nach einem Restaurant. Die meisten
Touristen verlassen die Insel am Abend, auch die meisten Restaurants haben dann
geschlossen. Wir hatten eine Übersicht vom Hotel bekommen und landeten in einem
nahegelegenen Restaurant. Es gab frittierte Austern und Curry mit Reis für
mich. Ralf hatte ein Setmenü mit frittierten Austern, Reis uns Suppe. Alles war
wieder sehr gut. Wir liefen noch mal zum Tor, das nachts beleuchtet wird. Es
war ganz schön kalt geworden, da verzogen wir uns doch lieber in unser
traditionelles Zimmer.




































