Wir hatten sehr gut
geschlafen. Alles ist gut isoliert, weder von anderen Gästen noch von der
Straße war etwas zu hören. Ralf holte uns zwei Kaffee und ein paar süße
Teilchen vom nahen Supermarkt. Das sollte von nun an zum täglichen Morgenritual
gehören.
Die Otemachi U-Bahnstation lag nicht weit weg und somit sollte unser
erster Ausflug nach Shibuya führen. Direkt an der berühmten
Zebrastreifen-Kreuzung kamen wir wieder ans Tageslicht. Daneben fanden wir auch
Hachiko, den berühmten treuen Hund, der dort 10 Jahre auf sein bereits
verstorbenes Herrchen wartete. Ein willkommenes Fotomotiv und beliebter
Treffpunkt.
Wir wollten zum
Aussichtspunkt auf dem Magnet-Kaufhaus, es hatte aber noch gar nicht geöffnet.
Der Wärter verschloss schnell wieder die Türe, bevor es noch mehr Touristen
versuchten. Im Starbucks gab es auch eine schöne Aussicht, hier saßen wir mit
einem schönen Cappuccino. Dann war das Kaufhaus offen und wir gönnten uns noch
einen Blick hinunter auf das Gewusel der Kreuzung. Dort fanden wir dann auch zu
Ralfs Glück eine Raucherkabine – als Raucher hat man es hier echt schwer. Die
Rauchermöglichkeiten lagen oft eher in einem Kaufhaus, etc. als draußen.
Mit
der Bahn fuhren wir weiter nach Harajuku. Hier hatte der Wahnsinn einen Namen:
Takeshita-dori. Eine kleine Gasse, durch die sich ein Haufen Leute drückte,
links und rechts gesäumt von verrückten Klamottenläden, Waffel- und Eisshops, einem Katzenkaffee und,
und. Ralf konnte nicht widerstehen und kaufte ein Eis in Schweineform in der
Gelato Eiswelt. Wir bummelten noch etwas weiter und es wurde zunehmend ruhiger.
Nach dem ganzen Trubel war der Weg zum Meji Schrein eine wahre Wohltat. Breite
Wege, gesäumt von Bäumen und großen „Tori“ führten zum Schrein. Im schönen Souvenirladen kauften wir einige
Kleinigkeiten, daneben gab es ein großzügiges Selbstbedienungsrestaurant mit
großer Terrasse und sehr freundlichem Personal. Dort versuchten wir uns im
Stäbchenessen bei einer Portion Nudeln. Zum Nachtisch gab es die traditionelle
Süßigkeit Dango, bunte Klebreisbällchen. Der Hauptschrein wurde gerade
renoviert, aber es gab auch so genug zu sehen. Der Schrein ist eine beliebte
Hochzeitslocation, wir sahen einige Paare in traditionellem weißen
Hochzeitskimono, die Herren entsprechend schlichter aber ebenso traditionell
gewandet. Es gab die Ema Täfelchen, auf die man seine Wünsche schreiben kann
und dann an ein Gestell hängt. Dies gibt es bei allen Tempeln und die Täfelchen
sind jeweils bunt verziert. Ebenso konnte Glücksbringer in allen Varianten
gekauft werden. Wir machten uns mit einem Päuschen auf einer Parkbank auf den
Weg zurück. Es hatte sich bewölkt und war merklich kühler geworden.
Zum
Abschluß des Tages fuhren wir nach Shinjuku. Wir besuchten die Piss Alley, eine
schmale Gasse mit kleinen Restaurants und Golden Gai auch hier kleine Gassen
mit einer Spelunke nach der anderen. Mittendrin fanden wir den Hanazono
Schrein, eine kleine Oase in der rummeligen Stadt. So langsam meldete sich der
Hunger, wir landeten in einem Sushi-Restaurant. Wir bestellten eine gemischte
Platte und einige California Rolls dazu. Die meisten waren sehr lecker bis auf
einige wenige, die mundeten nicht so. Wir fotografierten noch einige der
zahlreichen Leuchtreklamen und fuhren zurück nach Otemachi. Im kleinen
Supermarkt nahmen wir noch zwei Bier mit.































